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Die Gründungsmitglieder mit dem Vereinswirt

Vereinsgeschichte                                                                                                                                       

Der Quartett-Verein Braubach verdankt seiner Gründung 13 Männern, die sich im Sommer 1883 unter dem

1.Vorsitzenden und Dirigenten, Lehrer Ludwig, zur Pflege des Chorgesangs zusammenfanden.

Ihre Namen sind:

Daniel Arzbächer

Jean Lamberti

Christian Deußner

Theodor Römer

Franz Deußner

Eduard Schaller

Friedrich Friedgen

Wilhelm Schmidt

Robert Friedrich

Christian Thum

August Gran

Philipp Vef

          

Die erste Aufzeichnungen des Vereins finden sich vom 05. August 1883.

An diesem Tag fand die konstituierende Versammlung statt, in der Name und Vorstand gewählt wurden.

Die Proben wurden auf zwei Abende der Woche festgelegt, je eine im Gasthaus “Traube”, bei Mitglied Christian Thum und im Gasthaus “Zum Rheintal”, bei Mitglied Wilhelm Schmidt. 1887 wurde das Rheintal alleiniges Vereinslokal und ist es bis heute geblieben.

Trotz der Anfangs geringen Mitgliederzahl war der Verein recht aktiv.

Auf örtlicher Ebene brachte er Brautleuten und Jubilaren Ständchen, sang am Grabe verstorbener Sangesbrüder, wirkte bei Veranstaltungen des Turnvereins, der Feuerwehr, des Kriegervereins und des MGV 1843 mit.

Er begrüßte mit die Berliner Pankgrafen, zu denen sich eine langjährige Freundschaft entwickelte.

Gleich nach der Gründung wurde er Mitglied im Rhein-Lahn Sängerbund.

Er besuchte Sängerfeste und Wettstreite in Bad Ems, Hachenburg, Koblenz, Ehrenbreitstein, Köln-Nippes, Barmen, Trier, Nassau, Braunweiler, Horchhein, Oberlahnstein und Frankfurt und konnte dabei beachtliche Erfolge erzielen.

Zum 25 jährigen Jubelfest wurde ein Gesangswettstreit veranstaltet, an dem 40 Vereine mit rund 1300 Sängern teilnahmen.

Während des 1. Weltkriegs ruhte das Vereinsleben fast vollständig.

Aber schon im Dezember 1918 fanden die Sänger sich zusammen, um am 23. März 1919 wieder mit den Gesangsproben zu beginnen.

Nun berichtet die Chronik von Familienabenden, Neujahrsbällen, Fastnachtsveranstaltungen und Konzerten, von denen 1920 eines wegen Hochwasser verschoben werden mußte. Gesangswettstreite in Nassau, Bernkastel-Kues, Niederlahnstein und Bad Ems wurden besucht, man unternahm Sängerfahrten nach Hachenburg und Fulda.

Der Höhepunkt der 50.Jahr-Feier im Jahre 1933 bildete ein großes Konzert mit unserem Freund und Ehrenmitglied Kammersänger Heinrich Schlusnus 

Am folgenden Tag fand das Wertungssingen des Gaues V des Sängerbundes Nassau statt, das der Quartett-Verein ausgerichtet hatte.

Der 2. Weltkrieg unterbrach wieder die Vereintätigkeit. Nur im beschränkten Umfang konnten Proben abgehalten werden. 1943 sang der Verein noch zusammen mit den Sänger des MGV 1843 in Lazaretten in Eibingen und Rüdesheim.

Durch die zunehmenden Erschwernisse des Krieges bedingt, mußten die Proben dann doch ganz eingestellt werden.

Nach Kriegsende erlaubten die Besatzungsbehörden zunächst kein Vereinleben.  Nach Aufhebung dieser Beschränkung begannen wieder die Proben wieder Ende 1945 in Zusammenarbeit mit dem MGV 1843 und dem MGV Marksburg. 1947 schlossen sich die 3 Vereine zur “Sängervereinigung Braubach 1843" unter dem Dirigenten Josef Heuser, Bad Ems, zusammen. Dieser Zusammenschluß wurde 1948 wieder aufgehoben. Der Quartett-Verein nahm seine eigene Tätigkeit wieder auf, die Proben wurden von rund 60 Sängern besucht. Konzerte, Ausflüge, Familienfeiern wechselten in gewohnter Folge. Man besuchte Wettstreite in Nußloch, Rübenach und Altenkirchen. Besondere Freundschaften entwickelten sich zu dem Männerchor Schwanden in der Schweiz und zu dem Quartett-Verein Remscheid-Großberghausen. Mit beiden Vereinen wurden sowohl in Braubach als auch in ihren jeweiligen Heimatorten gemeinsame Konzerte veranstaltet.

1958 konnte der Verein sein 75. jähriges Bestehen, im Rahmen eines großen Kommerses, bei dem ein Musikkorps der Bundeswehr mitwirkte, und eines Gesangswettstreites, an dem 34 Vereine mit rund 2000 Sängern teilnahmen, feiern.

Ein weiter Höhepunkt in der Geschichte des Vereins bildete das Konzert, das zur Erinnerung an Heinrich Schlusnus an seinem 10. Todestag auf der Marksburg veranstaltet wurde.

Kammersänger Hermann Prey, damals ein aufgehender Stern, sang zu Ehren des Toten. Sebastian Peschko und Otto Braun waren Begleiter auf dem Flügel. Professor Backhaus, ein begnadeter Interpret von Weltbedeutung, reihte sich ein. Sein musikalischer Gruß strömte in die Herzen der andächtigen Zuhörer.

Welch eine Auszeichnung für einen Verein, an einem solchen Konzert mitwirken zu dürfen. Blumen und reicher Dank, anhaltender Applaus galten dem Solisten und dem Chor.

Ab 1964 wurde das Vereinsleben stark durch die freundschaftliche Verbindung zum Jodlerclub “Rothorn” aus Brienz / Berner Oberland, die durch unser Ehrenmitglied Frau Annemay Schlusnus vermittelt wurde mitgeprägt. Bei 2 mehrtägigen Fahrten der Brienzer nach Braubach und 3 Gegenbesuchen wurden bei gemeinsamen Konzerten, volkstümlichen Abenden, gemeinsamen Fahrten, dort in der herrlichen Alpenwelt und hier bei uns auf dem romantischen Rhein, die freundschaftlichen Bande gefestigt.

Auch zu unserer 100 Jahr-Feier haben uns unsere Schweizer Freunde besucht.

In den Jahren 1965 / 66 gab es starke Bestrebungen, die Braubacher Männerchöre zu einem großen Chor zu vereinigen. Die Verhandlungen waren schon weit gediehen, daß der Erfolg greifbar nahe schien. Persönliche Bindungen, liebgewordene Gewohnheiten traditionsbewußtes Denken waren dann doch stärker, den Verhandlungen blieb der Erfolg versagt.

In den letzten Jahren veranstaltete der Verein mit gutem Erfolg Konzerte und Serenaden in der Barbarakirche und im Hof der Philippsburg. In der Gemeinde sang der Chor bei Winzerfesten, Rosenfesten, Weihnachtsmärkten, Sommernachtsfesten des MGV 1843, zu Volkstrauertagen in der Martinskapelle, bei kirchlichen Feiern, bei Veranstaltungen der Braubacher Bürgerwehr, des Sportvereins 08 und des Turnvereins.

Bei den Winzerfesten, der 700-Jahr-Feier der Stadtrechte und bei der 13 hundert Jahr-Feier war der Verein bei den Festumzügen fast immer mit einem Festwagen dabei.

Im Bereich des Sängerkreises Rhein-Lahn nahmen wir an den Kritiksingen in Braubach und Bogel teil, besuchten Sängerfeste in Aßmannshausen, Miellen, Fachbach, Osterspai, Miehlen, Brey, Sayn, Lierschied, Becheln, Dachsenhausen, Sulzbach, St.Goarshausen, Niederlahnstein, Arzbach, Marienfels, Schweighausen, Dahlheim, Rhens, Gemmerich und Braubach, um einige zu nennen. Wir beteiligten uns, unter anderem, im Frühjahr 1983 in Niederlahnstein und im November 1997 in St.Goarshausen am Kreischorkonzert des Sängerkreises Rhein-Lahn.

Sängerfahrten bzw. Familienfahrten führten uns nach Weilburg, Brienz/Schweiz, an die Eifler Maare, nach Waldeck/Edersee, nach Konztanz am Bodensee, zweimal nach Beilngries im Altmühltal, wo wir mit dem dortigen Gesangverein enge freundschaftliche Verbindungen knüpften, und in den letzten Jahren besuchten wir unter anderem Warmensteinach im Fichtelgebierge, Hamburg, Bayerisch-Eisenstein, Malterdingen, Maikammer, Westendorf in Tirol und Bamberg.

Familienabende, Neujahrsbälle, Maskenbälle und die jährliche Wanderung, sowie der seit 1982 bestehende Quartetter-Stammtisch tragen zum Zusammenhalt der Quartetterfamilie bei.

Am 15. Mai 1983 wurde in Zell/Mosel die 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftete Zelter Plakette als Anerkennung für 100 jährige Pflege des Chorgesangs dem Quartett-Verein verliehen.

Bei der 100 Jahrfeier, welche trotz Hochwasser in einem Festzelt auf dem Schulhof der Marksburgschule im Juni 1983 veranstaltet wurde, sind allen teilnehmenden Vereinen silberne Gedenkmünzen verliehen worden.   

Das im Oktober 1988 in der Markuskirche veranstaltete Konzert zur Erinnerung an Kammersänger Heinrich Schlusnus mit dem Solisten Peter Edelmann von der Staatsoper Berlin und die Teilnahme bei der Choreley ,eines der größten Chor-Veranstaltungen der Welt, am 14.06.1997 auf dem Loreleyfels in St. Goarshausen zählt zu den emotionalsten Aufritten des Chors in letzter Zeit.

Die seit 1993 alljährliche Braubacher Serenade im Hof der Philippsburg /Braubach ist nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Braubach zu denken. Bei der Serenade 1998 wurde dem Quartett-Verein Braubach anläßlich seines 115-jährigen Bestehen das Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

Im Jahre  2002 wurde durch den MGV Braubach und dem Quartett-Verein Braubach die Chorgemeinschaft Braubach gegründet.

Seit dieser Zeit singen die Sänger beider Vereine harmonisch miteinander und meistern zusammen u.a. Konzerte, Freundschaftssingen und Sängerfahrten.

Blicken wir in diese vergangenen Jahre Vereinslebens zurück, so dürfen wir feststellen, daß der Quartett-Verein Braubach in guten und schlechten Zeiten seinen Teil zur Pflege des Gesanges und der Musik, zur Freundschaft in der großen Sängergemeinschaft, zum blühen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Braubach beigetragen hat. Wir hoffen, in diesem Sinne zum Wohl der Heimatstadt, zur Freude der Mitmenschen, im Dienst am Gesang und der Musik auch in Zukunft weiterarbeiten zu können.

Dieser Sinn ist auch in der Satzung des Quartett-Verein so verankert:

Der im August 1883 in Braubach gegründete Quartett-Verein dient der Pflege und Erhaltung des deutschen Chorgesanges.

Dazu hält er regelmäßige Chorproben ab, veranstaltet Konzerte und stellt bei allen sich bietenden Gelegenheiten sein Singen in den Dienst der Öffentlichkeit und seiner Heimatstadt.

Der Verein macht es sich zur Aufgabe, durch Familienveranstaltungen die Geselligkeit und Freundschaft der Mitglieder zu pflegen.

info@quartett-verein-braubach.de